Posts mit dem Label Rosen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Rosen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 22. Juni 2010

Ein Sonnenstrahl

Endlich mal wieder ein Sonnenstrahl im Garten! Endlich kann es nun hoffentlich weiter gehen mit meiner Gartengestaltung. Es fehlen noch ein paar meiner Lieblingsstauden, doch bei diesem Regen war an Pflanzungen nicht zu denken.  Überall im Beet sprießen dafür kleine Distelchen, aber sie herauszunehmen, das ist ein Klacks! Schade eher, dass ich die allerersten Blüten an meinen schönen Rosen nicht richtig würdigen konnte. Jetzt stehe ich davor und frage mich, wie ich am besten was wegschneide. Nur die verblühten Blüten? Oder noch ein wenig mehr? Habe zwar eine sehr gute Rosenschnittanleitung (siehe Links) gefunden, aber leider nichts dazu, wie ich mit den Blüten verfahren soll.
Es ist wie immer wie im richtigen Leben: Jede Entscheidung kann richtig oder falsch sein, und genau weiß man das erst dann, wenn die Entscheidung gefallen ist. Vielleicht vertage ich sie noch einmal und suche noch nach ein paar guten Tipps?
Natürlich werde ich berichten, was die Recherche ergeben hat.

Montag, 7. Juni 2010

Kranke Rosen

Es sind die Rosen. Meine schönen jungen Rosen, auf die ich ungeduldig warte. Blüten sollen sie haben. Duftende zarte Kunstwerke, so weich, dass ich mich nicht traue, sie zu berühren. Aber: Die Sonne brachte es nach dem Regen an den Tag. Meine Rosen sind krank. Sie haben fleckige Blätter und wirken - erschöpft. So, als hätten sie zu wenig Kraft, um weiter zu wachsen.
Habe den Fachmann befragt und das Internet und mich gegen den Fachmann entschieden. Spritzen wollte der. Chemische Keule, ohne Rücksicht auf den Hund und die zarte Seele meiner Rosen. Probiere es jetzt mit Algen. Und mit Tabaksud. Das Brennnesselfeld für eine reiche Ernte habe ich auch schon entdeckt. Gar nicht weit weg von hier. Massen von kniehohen Brennnesseln am Waldrand warten auf das Vergorenwerden.
Hoffentlich hilft es.
Ich habe meine Patienten heute früh schon besucht, die armen Schönen ein wenig bedauert. Es war ein Bild des Jammers. Zerzaust die Blätter, irgendwie schlapp ihr Wuchs, herzzerreißend die dünnen, traurig wippenden Ästchen. Doch - es war, als wüssten sie, was los ist. Es war, als nickten sie ein wenig mit ihren kleinen Knospenköpfen, als wiegten sie sie hin und her und als flüsterten sie leise.
"Meine Liebe. Du siehst irgendwie - erschöpft aus. Schlapp. Traurig. Du steckst fest und kommst nicht vom Fleck. Der Plot deines Romans ist eine Sackgasse und jedes Wort ein Fehlgriff."
Die ganz kleinen Blätter säuselten mitfühlend im Wind und die größeren winkten träge.
"Geh spazieren! Los! Am Brennnesselfeld vorbei und querfeldein. Das hilft.Vielleicht. Hoffentlich!"

Sonntag, 30. Mai 2010

Aus dem Urlaub zurück

Ein paar Tage Urlaub. Rosen angeschaut in Bad Tölz und sehr große Bäume auf der Insel Mainau im Bodensee. Ausgeruht und spazieren gegangen, gebummelt, geträumt, gefaulenzt. Heute der erste "Rundgang" durch meinen Minigarten. Die ersten Blüten haben sich gezeigt in meiner Abwesenheit, zaghaft - aber immerhin! Und: Das Unkraut wächst. Unglaublich wie schnell!
Ich stehe vor dem regennassen Beet und freue mich. Darauf, dass der Regen aufhört, darauf, dass ich die Hacke holen und loslegen kann, darauf dass ich die Königskerze stütze und der Wucherlust der Zaunwinde Einhalt gebiete. Ich genieße die Freude, Vorfreude - und denke plötzlich, dass mit Freude alles leicht ist. Wenn ich die Wäscheberge im Keller und die Unordnung der fast ausgepackten Taschen mit der gleichen liebevollen Ungeduld betrachten kann wie meine Königskerze, dann ist auch das sonst ungeliebte Ordnung schaffen ein Klacks.
Wiedermal zeigt mir der Garten, wo's langgeht. Es ist nicht einfach der Urlaub zu Ende gegangen - nicht mit jedem Buch, das ich aus der Reisetasche zurück ins Regal stelle, beende ich etwas Schönes. Nein. Es beginn etwas Neues. Jeden Moment. Die zarten Knospen der Rose werden prall werden und eines Tages sich wunderbar entfalten, einfach so. Ich kann das Buch wieder hervorholen oder ein neues beginnen, ich kann wieder faulenzen, spazieren gehen, ausruhen, arbeiten. Jeder Augenblick ist ein weiterer Grund zur Freude. Wenn ich meinen Gedanken erlaube, in diesem Augenblick zu verharren, ist alles einfach und gut.

Donnerstag, 6. Mai 2010

Auf der Suche nach der perfekten Farbe

Warum nicht Geranium? Geranium klingt gut, finde ich. Klingt nach kleinen hübschen Blüten und schönen Blättern, nach Schönheit, die es nicht nötig hat, sich aufzumotzen. Und nach Vorfreude klingt es auch - wo mir doch bei diesem Dauerregenwetter nichts anderes übrig bleibt, als mein Gartenleben in den Bereich der Planung zu verschieben.
Die richtige Sorte finden?  Ein Kinderspiel. Dachte ich.  -- Bis ungefähr vor drei Stunden, als ich begonnen habe, ein bisschen - wirklich nur ein kleines bisschen -  im Internet zu forschen. Schon der erste Klick klärt mich über meinen Irrtum auf. Es gibt mindestens 300 Sorten von dieser unspektakulären Pflanze, einige sprechen sogar von 400 - und angeblich werden es durch unermüdlichen Züchtereinsatz täglich mehr. Eine Geranium-Invasion! Wie soll ich arme Gartenanfängerin mich da auskennen?
Ich hole den kleinen Zettel von meiner Rose, die ich neulich gepflanzt habe (Welche Schönheit das ist, verrate ich noch nicht. Sie wird zu gegebener Zeit einen würdigen Eintrag bekommen.) Halte den Zettel neben den Bildschirm. Weil der Storchschnabel neben der Rose seinen Auftritt haben soll. Ich schätze ab: Könnte diese Farbe passen? Oder eher die? Oder vielleicht eine andere?
Ich kann es nicht lassen, schaue ein Bild an und noch eins und dann noch zwei oder drei. Am Schluss habe ich das Gefühl, in meinem Kopf sind nur Farben. Farben und Linien und Blütenblätter und kleine nickende Gesichter. Mindestens 195 davon passen zu meiner Rose.
Was mir bleibt? Vertrauen! Ich habe den Zettel zurück getragen und ihn meiner Rose wieder vorsichtig um den Hals gehängt. Zur richtigen Zeit wird es mir begegnen, das perfekte Geranium für meinen Garten. Es wird mir in den Schoß fallen. Einfach so.