Gartenleben

Mittwoch, 17. August 2011

Tipps vom Profi

Ja, es ist wieder das leidige Thema: Wühlmäuse. 
Das Löcher-Problem habe ich leider nicht lösen können. Vor lauter Hirnarbeit, wie ich die Plagegeister aus meinem Garten scheuchen kann, schlafe ich regelmäßig ein, wenn ich es mir auf meiner Bank zur Mäuseüberwachung bequem gemacht habe. Auch meine neuesten Versuche, E-Bass zu lernen, haben die Nager leider nicht beeindruckt. Ich nehme an, Mäusen graust's vor gar nichts. 
Jedenfalls hat auch Schmierseife nichts gebracht - das war der Tipp der Bäckerin, der ich eines Samstagsmorgens mein Leid geklagt habe. 40 Jahre Gartenerfahrung legte sie in die Waagschale, leider auch ohne Erfolg. Meine Mäuse haben ein besonderes Zertifikat: seifenerprobt und chilli-abgehärtet. Seufz. Nun gut. Ich verzage ja beinahe nie - also habe ich mir Rat von den richtigen Profis geholt. Ich habe das "Grüne Telefon" der Insel Mainau angeschrieben. Und eine Expertin hat mir geantwortet. Hier sind ihre Tipps: 
-    Jauche aus Holunderblättern herstellen (einen Eimer voll Holunderblätter anwelken lassen (ca. 1 kg), mit 10 L Wasser übergießen und mit einem Brett abdecken. Jeden Tag umrühren, nach 2-3 Tagen ist die Jauche fertig (und stinkt – hier hilft etwas Steinmehl oder Kamille, einfach mit hinein tun – der Geruch geht allerdings nie ganz weg); unverdünnt gegen Wühlmäuse in die Gänge gießen (Wühlmäuse mögen diesen Geruch gar nicht).
-          Bei Falknereien nachfragen, ob ein Falkner mit seinen Greifvögeln und evtl. einem Wiesel vorbei kommen kann. Das Wiesel scheucht die Wühlmäuse aus den Gängen, die Raubvögel fangen die Mäuse und vertilgen sie.

Klar, dass mir die Variante mit den Greifvögeln besonders gut gefällt, oder? Ich habe sofort begonnen, nach Adressen zu suchen und einen Falkner habe ich nun angeschrieben. Was er antwortet, werde ich natürlich berichten. Ist ja Ehrensache....


Hier noch die freundlichen Helfer von der wunderbaren Insel, die übrigens immer einen Besuch wert ist!


www.mainau.de
gruenes-telefon@mainau.de

Montag, 11. Juli 2011

Löcher und Nicht-Dasein

Ja, meine Pflanzen wachsen und wachsen. Und die Mäuse machen sich nicht mal die Mühe, ihre Löcher unter Hügeln zu verstecken. Neuerdings lassen sie die Ein- und Ausgänge zu ihren unterirdischen Wohnungen einfach offen. Rechts der Ausgang und links der Eingang - oder andersherum. Ganz festgetreten ist die Erde von den kleinen Füßchen, die heraustrappeln und wieder hinein. Vielleicht haben Mäuse in ihren Gängen ja so etwas wie eine Gänge-Verkehrsordnung. Oder Linksverkehr. Jedemfalls ist es ohne Hügel über dem Loch viel viel praktischer. Schwupp - raus aus dem Loch, hin zu den Taglilien, ein Haps und dann ganz schnell wieder zurück ins Loch. Nicht mal mein Hund kann so schnell gucken. Glaub ich wenigstens. Oder es ist ihm einfach zu heiß, um die Augen überhaupt erst auf zu machen.
Die Wahrheit ist: Die Mäuse nutzen die Abwesenheit der Gärtnerin. Das Unkraut freut sich auch und ich wundere mich, wie die vielen Pflanzen das alles so alleine hinkriegen. So eine blaurotliablassrosa Pracht. Jedenfalls von Ferne - denn nahe hingehen traue ich mich erst gar nicht. Vielleicht mal grade auf die Bank auf der Terrasse, aber nur mit gesenktem Blick. Keine Zeit. Ein paar wichtige Projekte drängten sich vor meine Schönheiten und ich habe es zugelassen. Habe sie vernachlässigt. Die Rosen und den Rittersporn. Aber jetzt. Das Projekt ist fertig - abgeschickt und zur Bewertung freigegeben. Und jetzt - vielleicht leg ich mich jetzt mal auf die Lauer. Und dann verrate ich der ganzen Welt, ob Mäuse rechts oder links ihre Eingänge bauen.

Montag, 6. Juni 2011

Die Lücke

Da ist diese Lücke im Beet. Wenn ich auf der Terrasse sitze und hinschaue, dann denke ich: "Ach du meine Güte, da MUSS ich noch was hinpflanzen!" Keine Ahnung, warum diese Lücke da ist, sie ist einfach, wie es vielleicht ihr Wesen ist, irgendwie da hin gekommen. Ein Fleckchen Erde, das darauf wartet, dass jemand es endlich gebührend beachtet und zum Leben erweckt sozusagen.
Das heißt - eigentlich bräuchte mich das Fleckchen Erde gar nicht. In Nullkommanichts wäre es besiedelt - von Löwenzahn und Disteln vielleicht oder von kleinen Grasbüscheln oder auch von der Zaunwinde, die sich so gerne hier niederlässt.
Aber ich lasse es ja nicht, das Stück Beet. Regelmäßig komme ich mit der Hacke oder auch mit bloßen Händen und mache den kleinen grünen Vorwitzpflänzchen den Garaus. Und während ich daran arbeite, tut mir die Lücke leid. Sie ist so leer und fad und ich bin Schuld daran! Und sofort fallen mir so viele Möglichkeiten ein, die Lücke zu bepflanzen, dass es mir ganz schwindelig wird. Doch mit den Ideen kommen auch gleich die Zweifel: Ob der kleine Garten vielleicht noch eine Rose vertragen würde? Und ob der Standort wohl richtig für sie wäre? Und die Nachbarn? Würden die sie mögen und umgekehrt? So viele Fragen - und von der Entscheidung bin ich so weit weg wie nie. Außerdem: Würde nicht doch eine Staude besser passen? Eine, die ich noch nicht in meinem Garten habe? Und habe ich nicht neulich bei den Gartentagen diese Pflanze gesehen, die ich unbedingt...? Wenn mir endlich der Name einfiele, dann, ja dann könnte ich vielleicht eine Entscheidung treffen!
Es ist wirklich nicht leicht, denke ich. Es gibt ja noch so viele Pflanzen, von denen ich noch gar keine Ahnung habe, nein es es schier unmöglich, die richtige für die arme einsame Lücke zu finden.
Mutlos bin ich dann und ein ein wenig verzweifelt - denn manchmal fühlt es sich gar nicht so schlecht an, ein wenig verzweifelt zu sein.
Aber ich weiß, dass ich der Lücke und mir noch eine Chance geben sollte. Vielleicht sollte ich einen Nachmittag lang auf der Terrasse sitzen, die Lücke im Visier, einen Stapel Gartenbücher um mich herum. Vielleicht sollte ich nur einfach riechen und schauen, in die Sonne blinzeln und alle Schuldgefühle dem Wind mit auf die Reise geben. Ich bin sicher: Die Lücke und ich, wir brauchen nur noch ein wenig Geduld.