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Mittwoch, 27. Juni 2012

Forever Mäusefangnull?

Wenn ich nicht glauben will, dass ich als Mäusfängerin einfach eine Nullnummer bin, dann muss es so sein, dass sich die Mäuse verstecken, die meinen Garten untergraben. Ich weiß, dass sie da sind. Aber sie sind schlau. Machen Hügel, die keine sind - und wenn ich einen als solchen identifiziere  - dann sind sie auch schon wieder weg. Und das, obwohl ich mir Hilfe geholt habe.
Von biocontrol, der Firma aus Andermatt in der Schweiz, bei der ich via Internet eine Mausefalle namens "topcat" gekauft habe. Ich bekam sofort Kontakt zu einem sehr freundlichen Herrn Meier -  der zu meiner ehrlichen Freude ein wunderschönes Schweizerdeutsch sprach -  und dieser Herr Meier (= Mäusefangprofi) stellte mir (=Mäusefangnull) erst einmal eine Menge Fragen. Dann ließ er sich Fotos von meinem Garten mailen, sah sie sich gründlich an und rief zurück.
Ich muss sagen, dass ich beeindruckt war. Ich hatte zwar schon selbst eine Menge Halbwissen über Wühlmäuse angesammelt - aber so viel Fachwissen hatte ich nicht erwartet. Auch nicht, dass es wirklich sehr viel Hingabe erfordert, einen der nervigen Wühler zu fangen.
Herr Meier jedenfalls versuchte mit großem Eifer meinem Versagen auf die Spur zu kommen. Nach dem zweiten (!) Telefonat war ich guten Mutes. Ich ging frisch ans Werk, alle guten Ratschläge von Herrn Meier im Kopf. Es würde klappen! Jetzt oder nie!
Ich kürze die Geschichte hier ab: Es klappte nicht.
Obwohl ich alles beherzigte, was Herr Meier mir riet - einschließlich der Erkenntnis, dass es hier ohne Hingabe wie auch sonst im Leben keinen Erfolg geben kann. Und obwohl mir während des Telefonats so richtig klar wurde, dass es für die Maus um entschieden mehr geht als um ein paar Erdhügel und ich versuchte, dies beim Aufstellen der Falle gebührend zu berücksichtigen -  es gelang mir nicht, eine einzige Maus in dieselbe zu locken.
Und jetzt? Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass eben Sommer ist und ich fast täglich irgendwas in meinem Mini-Garten zu tun finde oder ob die Mäuse einfach Mitleid mit mir haben: Sie verstecken sich. Ich finde nur selten eine Spur ihrer Existenz. Und wenn ich doch eine finde (ein paar Krümel schwarzer Erde auf dem Rasen, die Andeutung eines Hügels im Beet) und die Falle dann sofort mit der nötigen Sorgfalt in Betrieb nehme: Nix. Kein Fang. Es ist, als hätte nie einen Maus ihr Füßchen in den Gang gesetzt.
Plötzlich klingen mir die Worte des Mäusefangprofis in den Ohren:
"Wenn Sie natürlich eine innere Abneigung dagegen haben, eine Maus zu fangen, dann wird es schwierig!"
Ich lasse den Blick über meinen Garten schweifen und die Arme hängen. Ich fürchte, ich werde eine Mäusefangnull bleiben.

Hier geht's zu dem verständnisvollen Herrn Meier und seiner Firma, die wirklich sehr gutes, solides Gerät herstellt:
http://www.topcat.ch/

Montag, 11. Juli 2011

Löcher und Nicht-Dasein

Ja, meine Pflanzen wachsen und wachsen. Und die Mäuse machen sich nicht mal die Mühe, ihre Löcher unter Hügeln zu verstecken. Neuerdings lassen sie die Ein- und Ausgänge zu ihren unterirdischen Wohnungen einfach offen. Rechts der Ausgang und links der Eingang - oder andersherum. Ganz festgetreten ist die Erde von den kleinen Füßchen, die heraustrappeln und wieder hinein. Vielleicht haben Mäuse in ihren Gängen ja so etwas wie eine Gänge-Verkehrsordnung. Oder Linksverkehr. Jedemfalls ist es ohne Hügel über dem Loch viel viel praktischer. Schwupp - raus aus dem Loch, hin zu den Taglilien, ein Haps und dann ganz schnell wieder zurück ins Loch. Nicht mal mein Hund kann so schnell gucken. Glaub ich wenigstens. Oder es ist ihm einfach zu heiß, um die Augen überhaupt erst auf zu machen.
Die Wahrheit ist: Die Mäuse nutzen die Abwesenheit der Gärtnerin. Das Unkraut freut sich auch und ich wundere mich, wie die vielen Pflanzen das alles so alleine hinkriegen. So eine blaurotliablassrosa Pracht. Jedenfalls von Ferne - denn nahe hingehen traue ich mich erst gar nicht. Vielleicht mal grade auf die Bank auf der Terrasse, aber nur mit gesenktem Blick. Keine Zeit. Ein paar wichtige Projekte drängten sich vor meine Schönheiten und ich habe es zugelassen. Habe sie vernachlässigt. Die Rosen und den Rittersporn. Aber jetzt. Das Projekt ist fertig - abgeschickt und zur Bewertung freigegeben. Und jetzt - vielleicht leg ich mich jetzt mal auf die Lauer. Und dann verrate ich der ganzen Welt, ob Mäuse rechts oder links ihre Eingänge bauen.